Reinalds Ramblings

1. März 2009

Wort zum Montag

Gespeichert unter: Gemeinde, Gesellschaft, Spirtualität, Wort zum Montag — reinald @ 23:43

Heute ein Artikel von Todd Hunter, hier das englische Original:

Ich habe das Buch „Christianity Beyond Belief“ aus  zwei wichtigen  Gründen geschrieben. Erstens bin ich davon überzeugt, das niedrige Niveau der Nachfolge in der amerikanischen Kirche ist nicht trotz Lehre und Predigt des Evangeliums, das von christlichen Leitern gepredigt wurde , sondern gerade deshalb. Ich weiß,  dies ist möglicherweise kein eingängiger, vielleicht auch ein umstürzlerischer Gedanke -, aber lassen Sie es mich erklären.

Ein Evangelium, in dem es nur um Sündenvergebung geht, damit man in den Himmel kommt, wenn man stirbt, kann kein geistliches Leben hervorbringen und erhalten, das verändert.  Wir brauchen eine größere Sicht der Guten Nachricht, von dem, was Gott in und durch den Menschen tun will. Wir brauchen das Evangelium von Jesus: und das ist das Evangelium vom Königreich Gottes.

Dieses Evangelium beinhaltet auch die Vergebung der Sünden und das ewige Leben, aber – und das ist das Entscheidende – es darf nicht darauf reduziert werden. Das Evangelium des Königreichs hat damit zu tun, das wir durch die Gnade und die Ermächtigung des Heiligen Geistes, die hilfsbereiten Freunde Jesu werden,  die ein beständiges Leben der kreativen Güte zum Wohl der anderen und gestärkt  durch die Kraft des Heiligen Geistes führen. Diese Botschaft, im Gegensatz zu derjenigen,  in den Himmel zu kommen, wenn du stirbst,  kann ein neues Leben hervorbringen – das  natürlich ein ewiges Leben ist.

Zweitens, meine jahrzehntelange Praxis als Pastor sagt mir, dass wir als Christen dazu neigen  das Wesen von  Gemeinschaft und ihrer maßgeblichen Verbindung zur Evangelisation und dem Dienst an anderen misszuverstehen. 20 bis 30 Minuten in die  Stadt zu fahren, um für eine Stunde einen Gottesdienst zu besuchen, bewirkt keine Gemeinschaft. Auch nicht eine zusätzliche Fahrt von 20 bis 30 Minuten in die andere Richtung in der Wochenmitte, um an einem Hauskreis teilzunehmen.

Gemeinschaft bedeutet, ungeplanten, alltäglichen Kontakt. Gemeinschaft ist das, was Sie bei der Arbeit, Schule, Freizeit oder in der Nachbarschaft erleben. Das sind die Orte, an denen wir lernen, Jesus zu folgen, und für die anderen da zu sein.

PS: Hier auch alle Links anschauen!

28. Januar 2008

Interview

Gespeichert unter: Gemeinde, Gesellschaft — reinald @ 18:20

Ich habe schon immer gerne Leute ausgefragt und sie „interviewt“! Und so dachte ich mir, das wäre auch für „Reinalds Ramblings“ mal eine gute Idee. Wichtig war mir dabei einerseits jemanden zu finden, den es sich lohnt zu interviewen (ja da gibt es natürlich noch einige Leute), zugleich muss die Person aber auch bereit sein sich interviewen zu lassen, bzw. dazu dass die Antworten veröffentlicht werden! Mathilde Runck ist Pastorin der Cornerstone Gemeinde in Linz. Ich habe sie gebeten mir einige Fragen zu sich persönlich und zu ihrem Dienst und zu ihrer Position zu beantworten.

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RR: Kannst Du etwas Spezifisches zu Cornerstone sagen, was ist das besondere Kennzeichen der Gemeinde?

Wenn du zu uns kommst, fällt dir wahrscheinlich sofort der Lärmpegel auf: es wird geredet und gelacht. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gibt es was zu essen – das tun wir nämlich sehr gern. Und es geht sehr ungezwungen zu; aber nicht chaotisch.

Arbeitstechnisch liegt unser Schwerpunkt auf Mitarbeiter- und Leiterentwicklung. Uns liegt mündiges und gesundes Christsein sehr am Herzen.

RR: Cornerstone gehört ja zur Foursquare Bewegung. Kannst Du in ganz kurzen Worten sagen was das ist?

Foursquare ist eine Gemeindegründungsbewegung mit pfingstlichen Wurzeln und ausgewogener Theologie. Es gibt keine einseitigen Betonungen in der Lehre. Wir sehen uns als ein Teil des weltweiten Leibes Christi, zu dem wir gute Beziehungen haben (möchten). Das Besondere an Foursquare: Frauen in Leitungspositionen.

RR: Erzähl mir doch bitte zunächst etwas zu deiner Person:

Ich bin 1967 geboren, wurde mit 14 Jahren erklärte Nachfolgerin Jesu und getauft. Seit 1988 bin ich mit Joachim verheiratet. Wir haben 3 aufgeweckte Kinder im Teenageralter.

2 Bilder beschreiben mich gut: Einerseits bin ich ein sehr mütterlicher Typ, wenn mich jemand braucht (allerdings zeitlich begrenzt). Andererseits bin ich eine Kämpferin, die stets vorwärts strebt. Klingt sehr divergierend, passt aber gut zusammen. Sonst würde mich meine Umgebung vielleicht nicht so gut aushalten.

RR: Wolltest Du schon immer Pastorin werden?

Kurz und knackig: JA! Aber ich dachte immer als Frau eines Pastors. Ich wusste lange nicht, dass es möglich ist, als Frau eine Pastorin zu sein. Aber schon als 5jährige ging ich an der Hand des Pastors Leute begrüßen und beobachtete sein Tun und Reden.

RR: Frauen werden Qualifikationen wie Empathie, Kommunikationsstärke und Motivationsfähigkeit zugeschrieben. Fähigkeiten, von denen auch im Management von Firmen gesagt wird dass sie in Zukunft benötigt werden, um erfolgreich tätig zu sein. In wie weit trifft das auch auf Gemeindearbeit zu?

Hm, ich würde sagen, dass man diese Qualifikationen immer braucht, wenn man mit Menschen zu tun hat. Also auch und gerade in der Gemeinde.

RR: Führen Männer und Frauen tatsächlich gleich? Gibt es einen weiblichen Führungsstil?

Nein, ich glaube Männer und Frauen leiten sehr unterschiedlich. Frauen gehen anders an die Sache heran, was sich unweigerlich auf das Wie der Leitung auswirkt.

Idealerweise leitet ein Paar gemeinsam, dabei ergänzen sie sich nämlich prächtig – wie mein Mann und ich.

RR: Wie gehst Du mit Argumenten um, die sagen, dass Leitung von Frauen der Bibel widerspricht?

Jedem sein Bibelverständnis! Ich lasse es stehen und verteidige mich nicht (das besorgen in der Regel einige (allerdings wenige) Pastorenkollegen). Jesus wird dereinst klären, warum er mir und anderen Frauen die Gabe der Leitung gegeben hat.

Ich weiß, dass ich für manche ein lebender Affront bin, aber ich habe gelernt, es nicht persönlich zu nehmen. Mir ist wichtiger, dass ich Jesus gehorche, als mich vor Menschen zu fürchten.

RR: Was macht Dir am meisten Freude in Deiner Leitungsaufgabe? Den größten Ärger?

Freude: zu sehen, wie Menschen wachsen – in ihrer Beziehung zu Jesus, in ihrer Beziehung zu sich selbst und anderen Menschen, in ihrem Potenzial zu dienen; zu sehen, wie Menschen reif werden und ihren Glauben leben können; zu sehen, wie Menschen gesund werden – körperlich, seelisch und geistlich.

Ärger? …da muss ich lange nachdenken … vielleicht, wenn jemand aus Trägheit oder Selbstgefälligkeit in der Entwicklung stehen bleibt, nicht mehr wachsen will?…

RR: Welche Menschen hatten in Deiner Geschichte als Nachfolgerin von Jesus und Deinem Dienst den größten Einfluss und warum?

Eindeutige Antwort: PASTOREN! (männlich!:-))

Ich wurde schon in jungen Jahren als Mitarbeiterin gefördert und ernst genommen, in meinen Gaben geschult und herausgefordert, ermutigt mich weiterzuentwickeln. Ihnen verdanke ich viel. Sie haben mich nie zurückgewiesen, wenn ich von ihnen lernen wollte.

Rick Joyner: Durch seine Predigten und Bücher habe ich zutiefst begriffen, dass Hingabe bis zum Tod geht. Sich selbst um Jesu Willen aufgeben.

Mein Mann: ohne ihn wäre diese Aufgabe viel schwerer zu tragen – er ist meine Rückendeckung und mein Spiegel, meine Ergänzung in vielerlei Hinsicht. Er ist „Liebe mit Haut“ für mich.

RR: Gibt es Bücher die dich geprägt oder verändert haben?

Fast alle Bücher vor Rick Joyner: Von ihm habe ich auch gelernt, auf Jesu Stimme zu achten, das Prophetische nicht gering zu achten.

Bücher von Häselbarths und Charles Kraft über körperliche Heilung und Innere Heilung.

Ich habe fast alles aus Büchern gelernt, weil es so wenig Menschen gab, die das angewandt haben, was wir von Jesus überliefert bekamen: Auf Gottes Stimme hören lernen und für Kranke beten, damit sie gesund werden.

RR: Was sind momentan deine größten Herausforderungen?

Die Spannung auszuhalten zwischen dem, was möglich ist und noch kommen wird, und dem Es-ist-noch-nicht. Mit dem nicht sehr großen Maß an göttlicher Autorität zu leben und zu wissen, dass mehr möglich wäre. Und dabei nicht ungeduldig zu werden. …alles hat seine Zeit …

RR: Wo siehst du dich selbst und Cornerstone in 10 Jahren?

Keine Ahnung – das weiß nur der Heilige Geist.

Im Ernst, ich tu mir schwer mit planen. Mein Ziel ist, dem Heiligen Geist zu folgen, wohin er geht, ihn nicht zu verpassen, sondern noch mehr im Gehorsam aus Liebe zu wachsen – ich persönlich, jeder einzelne, und wir als Gemeinde. Der Rest ergibt sich aus dem Zusammenwirken von uns und dem Heiligen Geist.

RR: Ganz herzlichen Dank für dieses Interview und den Einblick in dein Leben und deinen Dienst!

17. Januar 2008

Eine Revolution

Gespeichert unter: Gemeinde, Gesellschaft, Spirtualität, Theologie — reinald @ 18:47

könnte der Bibelvers auslösen, den ich heute gelesen habe:

„Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung“ 1. Timotheus 2:8

  • Die Männer sollen beten! Na prima! In den meisten christlichen Gemeinden die ich kenne (und ich kenne eine ganze Menge) machen die Frauen die Mehrzahl der Beter aus. Öffentlich und auch im persönlichen Gebetsleben. Die Männer diskutieren lieber über Vers 9 – 15!
  • An allen Orten! Gerade habe ich entdeckt, dass das in den meisten modernen Übersetzungen ausgemerzt wurde. Da soll in Gottesdiensten, Gemeinden und Zusammenkünften gebetet werden. Es mag auch durchaus dem Sinn des ganzen Abschnittes entsprechen, aber hey wenn die Männer an allen Orten beten würden? Am Arbeitsplatz, in ihrer Familie, bei Treffen mit Freunden, beim Sport usw.
  • Indem sie heilige Hände aufheben! Naja, ich glaube das mit dem Hände heben ist vielleicht nicht überall eine gute Idee. Wichtiger glaube ich ist die Heiligkeit der Hände. Und Paulus nennt auch gleich zwei Dinge, die meiner Beobachtung nach sehr spezifisch Männer betreffen (oder irre ich mich?) und die nicht heilig sind! Zorn und Zweifel! Ich kann mich an sehr zornige Gebete von mir erinnern und an sehr von Zweifel geprägte. Ich glaube zwar das Gott das aushält aber ich denke wie jeder Vater wünscht er sich eine Beziehung die von Liebe und Vertrauen geprägt ist.

Also: Bist du ein Mann! Fangen wir an zu beten! Das wird eine Revolution auslösen. Keine die von Gewalt und Hass geprägt ist sondern eine deren Kennzeichen, Liebe, Freude, Friede, Geduld, Güte, Sanftmut,Freundlichkeit und Besonnenheit sind!

17. Oktober 2007

Erschreckende Nachrichten

Gespeichert unter: Gesellschaft — Schlagworte: , — reinald @ 22:27

Kinderhandel in Österreich ist unterschätztes Problem

Weltweit werden nach Schätzungen von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, jährlich 1,2 Millionen Kinder zu Opfern von Kinderhandel. Auch Österreich ist von diesem Problem betroffen.

Keine Daten zu Kinderhandel in Österreich

Das Fehlen von wissenschaftlichen Grunddaten zu gehandelten Kindern, die in Österreich identifiziert und betreut wurden bzw. werden, hat zur Folge, dass man über Ausmaß sowie Formen des Kinderhandels in Österreich nur spekulieren kann. Dokumentierte Zahlen gibt es lediglich in Wien, und diese sind erschreckend: seit 2004 hat es allein in Wien über 1.300 Aufgriffe gegeben – Kinder, die meist aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien und Rumänien zum Stehlen, Betteln oder sogar zur Prostitution nach Österreich gehandelt werden. Und diese Zahlen stellen nur die Spitze des Eisbergs dar, denn Kinderhandel findet zumeist im Verborgenen statt. Den ganzen Artikel bei Unicef lesen.
Die Österreicher sind schneller als die Deutschen. Nein nicht beim Fußball, auch wenn die heutigen Ergebnisse das vermuten ließen. Nein bei den Online-Untersuchungen. So berichtet der ORF:

SPÖ und ÖVP zufrieden
Experten begrüßen notwendigen richterlichen Beschluss – trotzdem bleiben Zweifel.Die Online-Fahndung, auf die sich SPÖ und ÖVP am Mittwoch im Ministerrat grundsätzlich geeinigt haben, eröffnet laut Innenminister Günther Platter (ÖVP) gänzlich neue Möglichkeiten. Ganzen Artikel lesen.

Ein positives Projekt

Gespeichert unter: Bücher, Gesellschaft — Schlagworte: , , , — reinald @ 22:09

Durch verschiedene Umstände habe ich ein Buch in die Hand bekommen, dass von Schülern einer Hauptschule in Linz geschrieben wurde. Das Buch heißt „Gedankenflitzer“ und in Anlehnung an den Namen ihrer Schule nennen sich die Autoren „Zeppelinis“. Bemerkenswert, ist dabei nicht nur, dass die Schüler das Buch gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin verfasst haben, sondern, dass nur drei davon waschechte Österreicher sind, bei zwei weiteren wird zuhause zwar überwiegend deutsch gesprochen bei allen anderen aber dominiert in der Familie die Sprache des Herkunftslandes: arabisch, dari, bosnisch, türkisch, kroatisch, rumänisch, und philippinisch. Drei Dinge sind es die mich an diesem Projekt begeistern:

  • Die Tatsache, dass hier etwas gewagt wurde und nicht als erstes, nach Gründen gefragt wurde, warum so etwas eigentlich nicht möglich ist!
  • Diese Art des Lernens, bei der die Schüler sich selbst einbringen und ein „echtes“ Ziel verfolgen können!
  • Der Inhalt des Buches, der zeigt welches Potenzial Kinder zum Schreiben haben und auch viele der Geschichten, die Hintergrund und Kultur der Kinder deutlich machen.

Ich wünsche diesem Projekt viele Nachahmer! Ach ja, das Buch ist hier erschienen und wird hier von der Schulklasse vorgestellt!

8. September 2007

Papstbesuch in Österreich

Gespeichert unter: Allgemeines, Gemeinde, Gesellschaft, Spirtualität — reinald @ 22:43

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(Bildquelle) Momentan besucht der Papst Österreich. Ein Riesenereignis. Es wird medial ausgeschlachtet und auch die Kirche hofft, dass sie von diesem Besuch profitieren kann und die Menschen ins Nachdenken kommen. Was mir auffällt ist, dass Menschen tatsächlich Fragen haben und oft auch interessiert sind, was eine Persönlichkeit wie Benedikt der XVI. zu sagen hat. Auch viele Menschen, die jetzt nicht gerade nach Mariazell gefahren sind und sich vielleicht nicht mal als (gute) Katholiken bezeichnen würden, wollen zumindest mitbekommen, was da geschieht und was gesagt wurde. Eine Position, wie sie der Papst hat, ist einzigartig und doch symbolisch für viele Leiter, besonders im geistlichen Bereich. Der Einfluss, den ein solcher Leiter hat, birgt viele Chancen aber auch Gefahren in sich! Das hat mich besonders beschäftigt, als ich sah, wie dieses Ereignis sogenannte „Fans“ anzieht, aber auch Kritiker der Kirche sich zu Wort melden! Manche von euch sind auch Leiter, vielleicht nicht mit diesem Einfluss, oder sagen wir mal noch nicht (SCNR), und doch können wir von den Chancen und Gefahren, die eine so exponierte Stellung, wie sie der Papst hat, etwas für uns lernen: Die Chancen einer solchen Position sehe ich darin:

  • Menschen, die sonst nichts mit dem Glauben am Hut haben, werden zusammengebracht
  • Menschen, die sich engagieren, werden ermutigt weiter zu machen
  • Menschen, die selbst in Leitungspositionen sind, werden zumindest zum Aufhorchen und Nachdenken veranlasst
  • Durch alle diese Faktoren zusammen könnte wirklich etwas bewegt, in Gang gebracht und Veränderungen bewirkt werden

Gefahren, die ich sehe, wenn ein Leiter eine starke und exponierten Stellung hat sind:

  • Menschen geraten in Abhängigkeit. Vor lauter Bewunderung vergessen sie selbst zu überlegen, nachzudenken oder eine eigene persönliche Beziehung zu Gott zu entwickeln. Der Leiter wird zum Mittler!
  • Oder ein anderes Extrem: Man gibt sich vor dem Leiter anders als man wirklich ist, stellt sich geistlicher und besser dar. Das Äußere, das Image zählt. Man beginnt sich zu verstellen, um in keinen Konflikt mit dem Leiter zu kommen.
  • Der Leiter nutzt seine Position nicht, um Menschen zur Mündigkeit und Reife zu verhelfen sondern manipuliert sie, um seine eigenen Ziele zu erreichen.

All das muss nicht in großen Kirchen sondern kann auch in kleinen Gruppen und Gemeinden passieren. Vor allem geschieht es dann, wenn wir Jesus selber aus den Augen verlieren und unsere eigenen Ziele verfolgen. Deswegen ist es wichtig, gesunde Leiter zu haben, mit der richtigen Perspektive. Leitung abzuschaffen, was manche für die Lösung halten, ist nicht der richtige Weg. Wir brauchen Leiter, die unabhängig von den Menschen, frei von Menschenfurcht sind und dennoch das große Anliegen haben den Menschen zu dienen. Leiter, die wie Jesus sich nicht vor großen Namen oder ehrwürdigen Traditionen fürchten, die nicht konfliktscheu sind und die vor allem bereit sind, ihr Leben für Menschen hinzugeben. Wer entspricht diesem Bild? Du? Der Papst? Ich? Wichtig, dass wir bereit sind, in diese Richtung zu gehen. Letztlich ist nicht deine Position entscheidend, sondern ob du ein dienendes Herz hast. Ich schließe diesen Beitrag ab mir einem Zitat von Erwin McManus aus seinem lesenswerten Buch „Aufstieg aus der Asche“:

„Statt an seiner Macht festzuhalten, lässt Jesus ihr freien Lauf. Für ihn sind weder Liebe noch Macht eine limitierte Ware. Beide sind reichlich vorhanden, und es ist nicht notwendig, sie hinter Schloss und Riegel zu verwahren. Wie bei der Liebe liegt es auch im Wesen der Macht, dass sie sich ausbreitet, wenn man sie austeilt. Wenn wir Angst haben, Macht zu verlieren, beginnt sie bereits zu schwinden. Wenn wir Macht als ein Geschenk betrachten, das uns gemacht wurde, um anderen zum Guten zu dienen, haben wir das wahre Geheimnis gelernt – entweder hat dich die Macht unter Kontrolle oder du die Macht.

Wenn Sie nach Macht dürsten, sind Sie ihr Sklave. Wenn Sie für andere leben, dann sind Sie ein bevollmächtigter Diener Gottes. Nur denjenigen, die leben wollen, um zu dienen, kann Gottes Macht anvertraut werden. Wir drehen dieses Muster anscheinend um. Wir beten um Gottes Macht, während wir darüber nachdenken, ob wir Gott mit unserem Leben wirklich dienen wollen. Doch die Macht Gottes ohne das Herz Gottes würde zu unvorstellbarer Gottlosigkeit führen. Gott bereitet es Freude, seine Macht denjenigen anzuvertrauen, die ihm in ihrer Schwachheit dienen.“

Sorry, das ist jetzt doch ein langer Beitrag geworden! Gratulation wenn du bis hierher durchgehalten hast!

3. Juli 2007

„Sozialfighter“ in Guatemala

Gespeichert unter: Gesellschaft — reinald @ 12:35

Heute wird in Guatemala City entschieden wo die Olympischen Winterspiele 2014 stattfinden. In Sotschi (Russland), Pyeongchang (Südkorea) oder Salzburg (Österreich).

Bundeskanzler Gusenbauer hat unter großem Medienecho und großer Bewachung sein Morgenjogging absolviert! Weniger Medienecho und Beachtung findet die soziale und politische Situation in Guatemala. Während die Olympiabewerber gut bewacht im Fünf-Sterne-Hotel tagen verhungern und sterben neben Ihnen Menschen. Einige Auszüge aus einem Artikel, den ihr hier in voller Länge findet

„Die Reichen und Superreichen in Guatemala haben sich längst hinter hohen elektronisch und mit dreifachen Stacheldrahtrollen gesicherten Mauern von dieser gefährlichen Welt abgeschirmt. Wer zu ihren Villen – etwa in der „Zone 14″ der Hauptstadt – fahren will, muss erst eine Schranke mit Wachhäuschen passieren, wo Aufpasser prüfen, ob man hinein darf. Privatsheriffs mit automatischen Gewehren bewachen auch alle besseren Läden und Büros. Rund 70.000 solcher Wachleute gibt es, gut doppelt so viele wie die rund 32.000 staatlichen Polizisten.“

„Das hat im Südosten des Landes zur gegenwärtigen Hungersnot geführt, die man im übrigen Land nicht wahrnimmt. Rund 15.000 Familien sind davon betroffen. Nicht, weil es an Lebensmitteln mangelt – schon ein paar Täler weiter wächst alles, und das Angebot auf den Märkten ist reichlich. Auch der Laden für Hunde- und Katzenfutter am Rande des Marktes bietet große Auswahl. Die vom Hunger Betroffenen aber haben schlicht kein Geld. Sie waren 1998 schon Opfer von Ausläufern des Hurrikans Mitch, dessen Regenfluten die Humuskrume von ihren Feldern davon spülte. Dieses Jahr blieb der Regen aus und die Ernte verdorrte. Sie haben keine Essensvorräte mehr und kein Geld, um Essen zu kaufen. Und der Staat tut nichts. Schließlich, nachdem seit Jahresanfang – offiziell eingestanden – über 130 Menschen an Hunger gestorben waren, sprang im Oktober die guatemaltekische Caritas ein und leistete anstelle des Staates Nothilfe.“

„Es gibt keine funktionierende Justiz in Guatemala. Richter, die gerechte, mutige Urteile fällen, müssen um ihr Leben fürchten. Viele von ihnen sind bereits ins Ausland geflohen. Selbst bei Morden, so heißt es in der deutschen Botschaft, werden nicht einmal ein Prozent der Täter verurteilt. Die staatliche Polizei ist auf dem Land kaum vertreten, und wo es sie gibt, ist sie kaum in der Lage, das Recht durchzusetzen. Viele der nach dem Bürgerkrieg neu eingestellten Polizisten haben nicht einmal sechs Jahre lang die Volksschule besucht und können nicht lesen und schreiben. Und wie sollen sie bei einer Fahrzeugkontrolle ernst genommen werden, wenn nicht einmal ihr Polizeiauto Rücklichter hat?“

Man könnte direkt zynisch werden!

 

5. Mai 2007

Korrektur

Gespeichert unter: Allgemeines, Gemeinde, Gesellschaft — reinald @ 23:05

Anscheinend waren einige der Dinge die über den Märtyrertod der drei Christen in der Türkei berichtet wurden übertrieben. Mehr darüber findet ihr bei den Links im letzten Post. Bei Andrew Jones (auf englisch) und ganz kurz bei Idea. Das ändert aber glaube ich nichts daran, das wir weiter für die Türkei beten sollten. Gott liebt dieses Land und seine Menschen! Eine weitere Idee wäre, dass dort wo du persönlich jemanden kennst, der aus diesem Land kommt du ihm etwas Gutes tust! Ich denke, dass wir je nachdem wie wir gerade auf schlechte Nachrichten oder schwierige Dinge in unserem Leben reagieren selbst vorankommen und auch für andere Signale setzen. Vergebung statt Vergeltung und Liebe statt Hass sollte nicht nur in unseren Predigten vorkommen!

2. Mai 2007

Ein Brief an die weltweite Kirche

Gespeichert unter: Gemeinde, Gesellschaft — reinald @ 21:46

Sicher haben die meisten von euch das, was im April in der Türkei geschehen ist mit verfolgt. Nun haben Christen in der Türkei einen offenen Brief an die weltweite Gemeinde geschrieben und sie um Gebet gebeten. Die englische Originalfassung findet ihr hier und eine deutsche Übersetzung hier. Wie soll und kann man auf solche Nachrichten reagieren? Einfach zur Tagesordnung übergehen? Erneut über die Europareife der Türkei diskutieren? Das Beste ist tatsächlich zu beten! Für die Angehörigen, natürlich! Aber auch für die Türkei, das Gott sich den Menschen dort offenbart und ihnen begegnet! Und auch für die Täter, wie geht es jemanden der so eine Tat vollbracht hat? Die Frauen der Ermordeten und die Christen in der Türkei haben es verstanden: Gott will Vergebung und Versöhnung und nicht Vergeltung!

26. Februar 2007

Zwei Welten

Gespeichert unter: Gesellschaft — reinald @ 22:08

Bin heute über diese Meldung gestolpert, in der es um einen ägyptischen Blogger geht. Also Freunde passt auf: Bloggen ist gefährlich! Zumindest in manchen Teilen der Welt. Gleichzeitig habe ich mich nämlich erinnert, dass vor kurzem eine Meldung (unter Pressefreiheit & Medienrecht) durch die Presse ging, dass Österreich vom Europäischen Gerichtshof verurteilt wurde, weil die Meinungs- und Pressefreiheit von Gerichten zu eng ausgelegt wurde.

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