Zugegeben ein ziemlich langes Wort. Aber es hätte noch länger sein können! Im ganzen Zusammenhang findet ihr es hier.
„Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass nieman in den Himmel kommen kann, er werde denn wir ein Kind; und nichts ist bei einem Kind – nicht bei einem eingebildeten, sondern bei einem guten – so augenfällig, wie der große und unverhohlene Wunsch, gelobt zu werden. Und dies nicht nur beim Kind sondern sogar bei einem Hund oder Pferd. Scheinbar hatte mich meine vermeintliche Demut all die Jahre hindurch dasan gehindert, zu erkennen, was in Wahrheit, das demütigste, das kindlichste, das natürlichste Verlangen ist – ja, das ganz besondere Verlangen des Schwächeren: des Tieres gegenüber dem Menschen, des Kindes vor seinem Vater, des Schülers vor seinem Lehrer und des Geschöpfs vor seinem Schöpfer. Ich übersehe dabei nicht, wie furchtbar dieser unschuldige Wunsch von unserem menschlichen Ehrgeiz entstellt wird oder wie schnell – das weiß ich aus eigener Erfahrung – das legitime Verlangen nach Lob von einem Menschen, dem ich gefallen will, zum tödlichen Gift der Selbstbewunderung wird. Doch ich glaube, einen Augenblick – einen ganz, ganz kurzen Augenblick nur – entdecken zu können, in dem die Befriedigung darüber, den geliebten und geachteten Menschen gefallen zu haben, noch rein ist. Das aber genügt bereits, um uns zu veranschaulichen, was geschehen wird, wenn die erlöste Seele, die es nicht zu hoffen und kaum zu glauben wagte, schließlich erfährt, dass sie dem gefallen hat, demzu gefallen sie erschaffen wurde. Für Eitelkeit wird dann kein Raum sein. Sie wird auch nicht mehr der unseligen Illusion unterliegen, es sei alles ihr Werk. Völlig unbefleckt von dem, was wir jetzt Selbstbestätigung nennen, wird sie sich an dem erfreuen, wozu Gott sie gemacht hat; und im gleichen Augenblick, in dem sie für immer von ihrem alten Minderwertigkeitsgefühl geheilt wird, sinkt auch ihr Stolz noch tiefer als Prosperos (Gestalt in Shakespeares „Sturm“) Buch. Vollkommene Demut braucht keine Bescheidenheit. Wenn Gott mit dem Werk zufrieden ist, darf das Werk auh mit sich selbst zufrieden sein; es steht der Demut nicht zu, mit dem König Komplimente auszutauschen.“
C.S. Lewis



good point!
Kommentar von jutta — 22. November 2008 @ 15:37