Plötzlich war die Bestie da. Völlig überraschend fiel sie mich von hinten an und riss mich zu Boden. Sie zerrte mich noch vor ein paar liebe Menschen und beutelte mich vor deren Augen in ihrem grausamen Maul hin und her, um mich dann in eine dunkle Ecke zu schleifen und mich aus kalten, blutunterlaufenen Augen anzustarren. Ihr Triumphgeheul lockte noch einige ihrer schauerlichen Artgenossen an: Zweifel, Hoffnungslosigkeit und Versagen jagten siegessicher durch das Gebäude meiner Gedanken. Ich lag da, in die Ecke gedrängt, hin und her gerissen von Wut und Schuldgefühl. Auf einmal, ganz klein, noch verdeckt von den massigen Körpern meiner Angreifer, sah ich ihn: Er deutete irgendwohin und formte mit seinen Lippen Worte die nicht bis an mein Ohr drangen weil sie noch vom Geheul meiner Feinde übertönt wurden. Aber seltsam, auf einmal schien ich die lautlosen Worte meines unbekannten Helfers zu verstehen, ein Wort aus den Psalmen fand den Weg in meine Gedanken: „Wer mir dankt, der bringt ein Opfer, das mich ehrt. Es gibt keinen anderen Weg, nur so kann ich ihn erretten!“ Ich versuchte zu sprechen und brachte nichts heraus, dann ein Krächzen, ich erkannte meine eigene Stimme nicht wieder, schließlich fast als würde ein Anderer sprechen, brachte ich es heraus: „Danke Jesus!“ Immer wieder und während ich so weiter machte schienen meine Angreifer sich in Luft aufzulösen, sie verschwanden, zerplatzten vor meinen Augen und der Fremde, den ich vorher nicht erkannt hatte und der so klein zu sein schien wuchs vor meinen Augen zu einem stattlichen Mann heran, der mir lächelnd die Hand reichte, mir beim Aufstehen half und sagte: „Sehr gern!“ Natürlich eine fiktive Geschichte, trotzdem erlebt!
21. Dezember 2006
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