Reinalds Ramblings

12. Dezember 2006

Sozialschmarotzer

Gespeichert unter: Allgemeines — reinald @ 23:02

Finanzminister Karl-Heinz Grassser wies letzte Woche auf die Gefahr der Sozialschmarotzer hin, als es um das vieldiskutierte Thema Grundsicherung ging. In der Zeitung der Wirtschaftskammer Oberösterreich wird der Vorschlag als „Persilschein für soziale Hängematte“ bezeichnet und „gezielte Armutsbekämpfung statt teurem Sozialkommunismus gefordert“. Das stimmt: Es wird immer Menschen geben, die ein System ausnutzen, wenn man es ausnutzen kann, aber die Frage die mir in den Sinn kam war: Wenn die „Leistungsgesellschaft“ so toll ist welche Leistung haben jene Finanzspekulatoren erbracht, deren einzig Leistung es ist eine Menge Kapital zu besitzen (eine Leistung die mir dazu einfällt heißt abgekürzt BAWAG)? Welche tolle Leistungen erbringen Spitzenmanager, die ein Jahresgehalt von 1 bis 4,5 Millionen Euro pro Jahr rechtfertigen? Welches System wird hier ausgenutzt! „Aber Vermögen werden in keinem andern Industrieland so gering besteuert wie hierzulande. Das wird dann Absicherung des Wirtschaftsstandorts genannt! Der Beitrag der Steuern auf das Vermögen zur Staatsfinanzierung hat sich in den letzten 30 Jahren um 2/3 verringert, obwohl die Vermögen sehr stark angewachsen sind. Der Steuerausfall muss ersetzt werden. Aber wie? Die einfachste Lösung: von Löhnen und Gehältern (und einkommensteuer- pflichtigen KleinunternehmerInnen). Der Faktor Arbeit ist immobil – nicht alle können ihren Arbeitsplatz kurzerhand nach Liechtenstein übersiedeln.“ (Qelle: attac austria hier Achtung:PDF-Dokument) Eigentlich wollte ich hier ein Schaubild einfügen, hat aber nicht geklappt. Du kannst es dir aber hier ansehen. (PDF) Mit anderen Worten Reich wird immer reicher und arm immer ärmer. So sieht das in Österreich aus. Aber den meisten von uns geht es ja gut. Wir leben schließlich in der westlichen Hemisphäre dieses Erdballs und das heißt wir haben doch noch einige Privilegien und wesentlich mehr Chancen als jemand der in Hunger oder mit Aids geboren werden. Ich glaube das genauso wie hierzulande manche auf Kosten der anderen leben, so leben wir hier im Westen in gewisser Weise auf Kosten vom Rest der Welt. Aber was können wir tun? Es gibt mehrere Möglichkeiten:Dagegen protestieren auf die eine oder andere Art(via Mastente ) Uns nach unseren Möglichkeiten einsetzen, so wie Bono von U2, der hier zum amerikanischen Präsidenten spricht. (21 Minuten Video auf englisch, aber es lohnt sich) via Geoff (Thx). Zugegebenerweise Möglichkeiten, die nicht jeder hat! Zumindest können wir auf unsere Art verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Ich bin kein Politiker, auch kein Finanzmensch vielleicht noch nicht mal der Richtige solch einen Artikel zu schreiben, aber ich finde es wichtig, dass wir anfangen über diese Dinge nachzudenken. Es gibt wenig härtere Herren als den Materialismus und dazu steht auch in der Bibel einiges, kleine Kostprobe gefällig:
Ihr aber, ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird. Euer Reichtum verfault und eure Kleider werden von Motten zerfressen. Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze. Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere. Ihr habt auf Erden ein üppiges und ausschweifendes Leben geführt und noch am Schlachttag habt ihr euer Herz gemästet. Ihr habt den Gerechten verurteilt und umgebracht, er aber leistete euch keinen Widerstand. Jakobus 5:1-6

Fazit: Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann geht es vor allem der Wirtschaft gut. Aber wenn es allen gut ginge würde es auch der Wirtschaft gut gehen und gut tun! Und wenigstens für mich selbst kann ich entscheiden Gott und nicht dem Mammon zu dienen und damit auch den Armen!

Ps: Noch ein interessanter Link, den ich bei Peter Aschoff gefunden habe.

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